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Chuseok

Heute geht es nun aufs Land zu unserer Halmoni. In Korea ist es meist sehr unhoeflich von "meiner" Oma, "mein" Haus, mein" Auto zu sprechen. Vielmehr spricht man von "unser/e" Eltern, Lehrer, Schule, Land.  

Eigentlich sollte ich schon am 04.10 mit meiner, ehhh..ich meine unserer Tante (^-*) aufs Land fahren. Da waere auch noch nicht so viel Verkehr gewesen. Aber da am 03.10 mein erster Besucher, naemlich der Norbert, in Seoul eingetroffen ist, darf ich nach viel Uerberredungen der Tanten von Mamas Seite aus, erst heute fahren. @Mama: Gut, dass du die Aelteste bist ^^!

Muss noch nichtmal mit dem Bus fahren, sondern werde komfortabel im Auto reisen. Denn bei Chuseok geht es eigentlich zu wie bei Weihnachten. Die ganze Familie kommt zusammen, isst gemeinsam und endet nach einiger Zeit des Zusammenseins doch wieder bei den immer gleichen Auseinandersetzunsthemen ^^ Und da die patriarchischen Strukturen hier nach wie vor in einigen Ablauefen bestimmend sind, wird erstmal die Familie des Ehemannes besucht ^^. Nein, ich finde nicht, dass man(n) das auch in Dland wieder einfuehren sollte :-) Denn ab und zu nervt dieses Maennlichkeitsgehabe hier schon..das beginnt schon damit, dass im Restaurant auch immer erst unseren maennlichen Begleitern das Besteck etc. ausgehaendigt wird. Wenn das automatisch nach sich ziehen wuerde, das eben diesen auch die Rechnung prasentiert wuerde, koennte man davon ja wieder absehen..dem ist aber nicht so ^__* 

Vor diesem Tag werden noch (in meiner Meinung nach voellig unangemessener und ueberteuert, ueberzogener Weise) Geschenke besorgt. Aber weniger fuer die eigenen Familienmitglieder, als fuer "besondere" Kunden, Geschaeftspartner, Chefs..was hier an Geschenksets ausgetauscht wird, ist echt kaum zu glauben. Da kostet dann ein Obstpraesentkorb mal eben 60 Euro. Besonders wertgeschaetze Menschen (und das scheinen hier wohl sehr viele zu sein, bekommen dann eben ein Geschenkeset fuer 200.000 Won...umgerechnet ca. 160 Euro). Sehr beliebt auch eine grosse Geschenkkiste mit Nivea oder Dove Produkten oder eine Aufschnitt/Fleischkaesesorte mit dem sympathischen Namen Spam. ^^ 

Anbei habe ich Euch mal aus der werten Wikipedia Enzyklopaedie den Artikel zum Thema Chuseok kopiert.     

Chuseok ist ein traditioneller koreanischer Feiertag. Er wird am 15. Tag des achten Mondmonats gefeiert und ist neben dem Neujahrsfest Seollal und dem Dano-Fest eines der wichtigsten traditionellen Feste Koreas. Der Name Chuseok bedeutet nichts weiter als Herbstabend, oft wird das Fest auch Hangawi genannt, was man mit großartige Mitte übersetzen könnte.

Dieser Name kommt daher, dass das Fest an einer Vollmondnacht in der Mitte des chinesischen Jahres stattfindet. In Südkorea wird offiziell zwar der gregorianische Kalender verwendet, zur Berechnung von Feiertagen wird jedoch der chinesische Kalender angewendet, der nach dem Mondzyklus ausgerichtet ist. So kommt es, dass Chuseok immer zur Vollmondzeit gefeiert wird.

Der Bedeutung nach ist Chuseok zunächst das koreanische Equivalent zum Erntedankfest. Aus diesem Grunde werden zum Chuseok-Fest im Hause des Familienoberhauptes auch unglaubliche Mengen vielfältiger Speisen angerichtet, welche von den zugereisten Verwandten im Laufe des Festes verspeist werden. Wichtigste Speise ist dabei Songpyeon (ein grüner Reiskuchen mit Sesamfüllung und Kiefernaroma.

Das Fest wird spätestens seit der frühen Zeit der Silla-Dynastie (57 v. Chr. bis 936 n. Chr.) begangen, wo es ursprünglich aus einem einen Monat dauernden Web-Wettbewerb entstand. Das Team, welches zu Hangawi mehr Kleidung gewebt hatte, war der Sieger und wurde vom unterlegenen Team mit einem Fest bewirtet.

Während des Festes wird nicht nur die Ehrung der sozial höher stehenden lebenden Familienmitglieder und der Ahnen betrieben, durch welche sich die asiatischen Gesellschaften immer wieder ihrer sozialen Struktur vergewissern, sondern auch in vergnügter Atmosphäre allerlei Spiele durchgeführt. In vielen Familien werden auch viele Lieder gesungen und dazu viel Alkohol getrunken. Ein für die Kinder und Jugendlichen wichtiger Teil des Festes ist das Festgeld, dass sie erhalten, wenn sie den älteren Familienmitgliedern die Ehre erweisen.

Dass man sich beim Familienoberhaupt trifft, bedeutet für die meisten Bewohner Seouls, dass sie die Stadt über Chuseok verlassen und in die Heimat zu den Eltern, den Großeltern oder ins Haus des ältesten Bruders reisen. Da ganz Korea in diesen Tagen unterwegs ist, ist ein Verkehrschaos integraler Bestandteil, bei dem für üblicherweise 4 Stunden Stunden-Autofahrt gut 12 bis 14 Stunden eingeplant werden können. Auch das Ausweichen auf Landstraßen oder das Abfahren in frühen Morgenstunden bringt keine Erleichterung, da viele andere die selbe Strategie verfolgen.

Ihr habt also heute gelernt, dass hier der 15.08 ist und dass Vollmond ist, stimmt auch ^^. Die Ahnenehrung habe ich also heute morgen schon verpasst. Aber ich kenne dieses Prozedere ja schon..nur schade, dass Euch vielsagende Fotos entgehen! Und mir entgeht somit also auch das Festgeld ^____* Nicht aber das morgen wieder ausbrechende Rueckreiseverkehrschaos... *seufz* 

So und nun brechen wir auf...3h spaeter als geplant..fuer die sonst so gern planende Kerstin war diese Reise mal wieder eine Aktion ganz nach ihrem Geschmack...^-* Aber das erzaehle ich euch dann beim naechsten Eintrag..

LG
Kerstin

 

6.10.06 06:55
 


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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Britta (6.10.06 22:15)
grüner Reiskuchen mit Kiefernaroma?!? Ok, ich tröpfel gerade Milchmädchen auf Butterkekse, aber das schmeckt zumindest nicht nach BAUM!

Ich hoffe jedenfalls es hat dir geschmeckt, der Familientreff endete nicht in Auseinandersetzungen und du hattest richtig schöne Feiertage, trotz Stau!

kulinarisch verwirrte Grüße...
Britta

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